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Gute Beispiele

"Umweltmelioration" im Limpachmoos, BE


Im Bestreben, die ökologische Vernetzung und den Raumbedarf der Fliessgewässer im Einzugsgebiet des Glütschbaches zu verbessern, wurde Ende August 2004 im Rahmen der Melioration Limpachmoos mit der Renaturierung des Limpaches (3000 bzw. 1200 m) und der Ausdolung des Wyssbaches (200 m) begonnen. Involviert sind Gebiete der Gemeinden Uetendorf, Kienersrüti, Noflen und Kirchdorf. Durch die Ausdolung kommt es zu einer Zerstückelung des Landes (72 ha), die 15 Landeigentümer betrifft, so dass eine Landumlegung zwingend wird. Raumplanerische Grundlage bildet ein kommunaler Teilrichtplan „ökologische Vernetzung“; die Gesamtmelioration wird als umfassendes Landmanagement eingesetzt, in deren Zug auch ökologische Massnahmen erfolgen.
Die gesamten Aufwendungen inklusiv den neu zu erstellenden Brücken, Wege und Landumlegungen werden auf Fr. 2´930´000.- veranschlagt. Das Werk wird finanziert durch Bodenverbesserungskredite von Bund (30%) und Kanton (30%), durch den kantonalen Renaturierungsfonds (32%) und durch Beiträge der betroffenen Gemeinden (8%). Bauherrin ist die Flurgenossenschaft Limpachmoos. Die Grundeigentümer bezahlen nichts an die Renaturierung, aber an die gleichzeitig erfolgende Entwässerung. Durch den überbetrieblichen Ansatz haben die Landwirte einen gewissen Anreiz, spezielle Maschinen zur Uferpflege gemeinsam anzuschaffen. Offen scheint noch, ob der erhöhte Arbeitsaufwand mit Beiträgen nach DZV und ÖQV gedeckt werden kann.

Umweltmelioration im Limpachmoos, BE
"Umweltmelioration" im Limpachmoos, BE

Schaffung und Bewirtschaftung einer kantonalen Gewässerparzelle Reppisch, ZH


Mit dem neuen kantonalen Wasserbaugesetz von 1993 ging die Reppisch in die Zuständigkeit des Kantons über. Das angrenzende Land war im Besitz der anstossenden Grundeigentümer, welche für den Unterhalt von Ufer und Ufergehölzen zu sorgen hatten. Die Erfahrungen zeigten, dass dieser Unterhalt nur mit minimalem Aufwand getätigt wurde. Um die im Naturschutz-Gesamtkonzept definierten Ziele gewährleisten zu können, beabsichtigte der Kanton, längerfristig für die Reppisch eine Gewässerparzelle zu schaffen. Dies schien aber mit dem freihändigen Landerwerb schwierig zu sein, so dass nach intensiven Diskussionen mit allen 42 betroffenen Bauern eine Landumlegung im Dienste des Naturschutzes durchgeführt werden konnte. Begünstigend wirkte hier der Umstand, dass in Stallikon gerade eine amtliche Neuvermessung bevorstand und eine laufende Waldzusammenlegung auch das Reppisch-Gebiet tangierte. Ausserdem bot der Kanton einen Bonus an, falls Land verkauft statt nur abgetauscht wurde. Die Landumlegung ermöglichte zugleich eine Grundbesitzarrondierung und eine Entflechtung des Grundeigentums, so dass die Landwirte auch einen direkten betriebswirtschaftlichen Nutzen erkannten.
Geschaffen wurde schliesslich ein 21 ha umfassender Ökokorridor, der im kantonalen Besitz ist, der aber in Pacht an die Landwirte zur extensiven Bewirtschaftung abgegeben wird. Die Landwirte können diese Flächen als Öko-Ausgleichsflächen im Sinne des Landwirtschaftsgesetzes und der kantonalen Ökoqualitätsverordnung anmelden. Sie haben sich an einen Bewirtschaftungsplan zu halten, mit dem gezielt bestimmte gefährdete Tierarten (Bachneunauge, Eisvogel, Ringelnatter, Blauflügel-Prachtlibelle etc.) gefördert werden sollen. Neben den lokalen Landwirten sind die Gemeinde Stallikon, die zuständigen Forstorgane und eine Arbeitsgruppe involviert. Das Zurückpachtens der Ökoparzelle Reppisch durch die Landwirte birgt den Vorteil, dass der kantonale Unterhaltsdienst entlastet wird und die lokalen Bewirtschafter einen Nebenerwerb erhalten.

Gewässerparzelle Reppisch
Gewässerparzelle Reppisch

Aktuell

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